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Unsere Geschichte

Wie alles begann.........

 

 

Im März 1973 hat die Metzgerinnung Köln und Bergisch Land eine Exkursion zum Schlachthof nach New York vorgenommen. Der Metzger-Kegelclub „Ruhig Blut“ war auf Initiative von Hans Derendorf auf dieser Reise mit dabei. Am Ende dieser Tour hatten wir auf dem J.F.Kennedy-Airport eine lange, unvorhergesehene Wartezeit. Hierbei wurde dem Alkohol tüchtig zugesprochen. Nebenbei erzählte  uns Hans Derendorf, dass er mit seiner Frau im kommenden Jahr als Prinzenpaar auftreten wird. Dabei solle der Kegelklub die Prinzengarde stellen. Bis dahin alles unter dem Mantel der Verschwiegenheit.

Bis dahin war es seinerzeit üblich, dass ein Club, Verein oder sonstige Gruppierung in der ein Prinz verankert war, als Garde auftrat. Es gab also keine feststehende Formation dieser Art.

Im Kegelclub „Ruhig Blut“ waren damals 5 Metzgermeister: Hans Derendorf, Friedhelm Nießen, Peter Mohren, Ewald Lührmann, Walter Seibt; weiterhin Fliesenlegermeister Fritz Hemmelrath, Polstermeister Heinrich Firneburg, Landwirt Josef Münch, Architekt Siegfried Martin und Kälteanlagenbaumeister Manfred Hartz.; zusätzlich noch Metzgereibedarfs-Händler Horst Bennings, Wolfgang Neumann und Karl Ludow, genannt der „Neue-Heimats-Karl“, der von der GROMOKA als Kommandant gestellt wurde.

Als erstes wurde der Wagenbau für den Rosenmontagszug erörtert. Josef Münch besaß den passenden Anhänger, den Traktor dazu und den Bauplatz in der Scheune seines Bauernhofes. Der Neue-Heimats-Karl, bei der Pappefabrik beschäftigt, besorgte eine ca.1 Tonne schwere Papperolle für den Wagenaufbau.

Das damalige Sessionsmotto war: „Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien“, in Anspielung auf Monheim, das zu dieser Zeit aus Monheim, Baumberg und Hitdorf bestand aber zerrissen werden sollte. Hitdorf nach Leverkusen und Baumberg nach Düsseldorf. Um an das Motto anzuknüpfen, setzten wir vorn auf den Wagen den Schlossturm von Düsseldorf, in die Mitte den Schelmenturm und hinten das beleuchtete Bayer-Kreuz und an den die Standplätze der Männer jeweils einen Kegelpinn, mit den Namen der Herren versehen.

In der Scheune, unserem Arbeitsplatz gegenüber, war der Bäcker-Kegelclub „Josef“ dabei, ebenfalls einen Wagen ihrer Zunft zu bauen.

Nun stand an, für uns als Prinzengarde eine geeignete Montur zu schaffen. So fuhren wir zur Fa.Hintzen nach Korschenbroich. Hier wurden wir eingekleidet mit einer violett-farbenden Smokingjacke, die einen creme-farbigen Schalkragen hatte. Dazu gehörten ein Gleichfarbenes Schiffchen, die passende Fliege, weißes Smokinghemd und schwarze Smokinghose

(Eine Episode am Rande: Wir fuhren gemeinsam zur Anprobe nach Korschenbroich, mit Friedhelm Nießen als Fahrer. In einer Baustelle wurden wir geknipst. Am Ende der Strecke: Polizeikontrolle – anhalten – Fenster herunter gelassen – Friedhelm sagte: „Herr Wachtmeister, ich hann et gesinn, et hätt geblitzt“, darauf der Polizist: „und ich benn dr Donner und krett 20,- Mark ! „)

Als unsere Prinzenburg wurde die Gaststätte Schelmenklause auf der Krummstraße, neben Derendorf´s Metzgerei ausgesucht. Hier trafen wir uns jedes Mal mit dem Prinzenpaar und Gefolge vor den Auftritten (es waren ca. 90 in dieser Session). Damals wurden noch viele Besuche in Kneipen, Vereinshäusern, Kindergärten, Altenheimen, Schulen, Krankenhaus, den Kreditinstituten und auch bei privaten Hausbällen gemacht.

Zwischen Hans Derendorf und Emil Drösser bestand die Abmachung: Du wirst Prinz und ich der persönliche Adjutant. Später sollte es dann umgekehrt sein (1977).

Außer den Sitzungen und Bällen der GROMOKA, Altstadtfunken, Reiterverein, FC Monheim, Harmonie, BAB usw. standen weitere Großveranstaltungen an: die Sitzung der „Fleischersänger“ in den Kölner Satory-Sälen, Prinzentreffen in Langenfeld und Leichlingen. An der „Doll-Eck“, von Hans und Emil organisiert, stand ein großes Festzelt auf dem damals noch freien Gelände des heutigen Kindergartens. Eine wunderbare Sitzung mit lauter Monheimer Karnevalisten, geleitet von Metzgermeister Hanni Rheinfeld. Erstmals fand eine Straßenkarnevals-Veranstaltung statt. Geschäftsleute der „Doll-Eck“, die als Vereinigung  den gleichen Namen trugen, waren die Initiatoren. Das Prinzenpaar wurde nach dem Rathaussturm mit einer „Jick“ (2-rädriger Landauer), gezogen von zwei Männern, zum „Doll-Eck“ gebracht. Das Ganze begleitet von der Prinzengarde und dem Emil, der diese Strecke ca. 5-mal mit Rollschuhen auf und ab lief.

Höhepunkt war der Rosenmontagszug. Aufgestellt an der sog.“Schnalle“, Berliner Ring – Opladener – Krischerst., unser Wagen als vorletzter Ecke Heerweg/Berliner Ring. Wir hatten über eine Tonne „Flünz“ als Wurfmaterial gebunkert, in einer riesigen Kiste mitten auf dem Wagen.

Die Blutwurst wurde bei all unseren Metzgern hergestellt und von denen gespendet. Alle Gardisten und ihre Frauen haben die Wurst geschnitten und verpackt. Der Rosenmontagszug war eisig kalt, deshalb wurde auf dem Wagen auch tüchtig dem „Schabau“ zugesprochen.

Zum Abschluss der Session am Fastelovends-Dienstag gab es noch einen ganz strammen Tag.  Morgens um 8:00 Uhr treffen im Speisesaal der Shell AG zum Sektempfang. Anschließend ging es zum E-Werk in der Turmstraße, weiter in die Monheimer Brauerei. Dort traf man sich am Mittag im Sitzungsraum der Verwaltung zum Umtrunk. Es gab ein „Herren-Pils“ – auf das Pils-Fass wurde eine Flasche Sekt aufgezogen. Es mundete hervorragend und die Prinzengarde blieb bis zum Beginn der Altstadt-Sitzung um 20:00 Uhr. Alles haben wir gut überstanden.

 

Es folgten nun zwei Jahre ohne Betätigung der vorgenannten „Prinzengarde“. Die Prinzen Heinz von Gellecom und Erich Okken hatten ihre eigenen Freunde als  Garde. Dann 1977 kam Prinz Emil Drösser, der uns sofort als seine Begleitung wieder in die Pflicht nahm. Nun hat sich die Zahl der Auftritte auf 107 erhöht. Unsererseits war die Besetzung gleich geblieben. Der Ablauf der Session war nur wenig geändert. Die Veranstaltung an der „Doll Eck“ hatte sich zwischenzeitlich fest installiert und wurde größer aufgezogen. Die Bäcker Monheims trugen das Prinzenpaar erstmalig auf den Sänften. Diese hat Emil anfertigen lassen und später unserer heutigen Garde übereignet.

Peter Mohren hat zu Ehren Emil´s ein Lied geschaffen, mit dem Kehrreim-Text:

„Ja so ein knusprig Brötchen hält uns all in Schwung – ja so ein knusprig Brötchen ist was für d´r Jung“

Für den Rosenmontagszug bauten wir wieder den Wagen auf, diesmal mit dem „Mostard-Pöttche“ hinten drauf.  

Eine herrliche Session ging zu Ende.

In einem Gespräch zwischen den beiden Kegelclubs der Metzger und der Bäcker kam dann die Idee auf, eine feststehende Prinzengarde zu gründen, Hauptinitiatoren waren Hans Derendorf und Emil Drösser.

 

 

Manfred Hartz †

Ehrenpräsident

 

 

 

und noch ein Anekdötchen……

 

Das Lied „Stolz steht die Prinzengarde“, geschaffen von Emil Drösser, wurde erstmals im alten „Zeughaus“ an der Turmstraße bei der Vorstellung der Garde-Uniform gesungen.

 

Im Keller der „Zeughauses“, der Gaststätte Willi Frenzel, gab es Spinde für die Kleidung der Gardisten, die sich bei jedem Treffen und danach umzogen.

 

Manni Hartz fand im Zeughaus eine alte Militärfanfare von 1870/71 (Willi Frenzel sammelte Antiquitäten) die er noch zum Klingen brachte. Deshalb bekam er auf den linken Arm seiner Uniform ein Horn.

 

Unser damaliges einziges Ehrenmitglied, Toni Maudt, stiftete 1.000,- DM zur Anschaffung unserer Standarte. Bei der feucht-fröhlichen Übergabe der Standarte im Zeughaus, dann anschließend beim „Drüje“ fiel dem Toni versehentlich (keiner kann etwas anderes behaupten) sein Gebiss in das halbvolle Bierglass von Jupp Kappelmann, der neben ihm saß. Dieser trank aus aus, ehe er merkte, was sich in seinem Glas befand.

 

Ab 1974 traf man sich dienstags in der Brauerei. Zunächst in der Verwaltung, später im neuen Sudhaus. Hier gehörte es dann zur Tradition, dass Manni Hartz auf der Trompete spielte, bei einer ganz hervorragenden Akustik im Sudhaus. Ferner sang er das heute bekannte Lied „Prinz von Krahnebäumen“, welches er aus Rheindorf mitbrachte und das vorher in Monheim nicht bekannt war.

Die Gründung

Am 26. September 1978 trafen sich in der Monheimer Gaststätte „Zum Vater Rhein“ einige Monheimer Handwerksmeister, überwiegend aus dem Bäcker- und Metzgerhandwerk, um die „Prinzengarde Blau-Weiß“ zu gründen.

Diese Männer setzten sich zum Ziel, das jeweilige Monheimer Karnevalsprinzenpaar bei seinen Auftritten während der Session zu begleiten, dadurch das karnevalistische Brauchtum in der „Alten Freiheit“ zu fördern und dabei neue Akzente zu setzen.

Initiator der Vereinsgründung war Theo Gorny, Bäckermeister aus Monheim.

16 gestandene Männer aus dem Handwerk, dem Kaufmannsstand und dem Ingenieurswesen, stellten sich erstmals am 25.01.1979 unter dem Motto – „Tradition und Handwerk verbunden in der Prinzengarde“ – in ihren maßgeschneiderten blau-weißen Uniformen auf der Proklamation dem Publikum vor. Bereits am 20.1.1979 wurde die Garde im neuen Zeughaus geladenen Gästen präsentiert.

Von diesem Zeitpunkt an ist die „Prinzengarde Blau-Weiß“ ein fester Bestandteil und eine Bereicherung der bunten Palette im Monheimer Karneval.

Nicht nur der farbenfrohe Rahmen bei den Auftritten mit dem Monheimer Prinzenpaar, sondern auch die Tänze der „Prinzengarde Blau-Weiß“ begeistert das Publikum.

Ein Grund dafür liegt sicherlich darin, dass die „Prinzengarde Blau-Weiß“ bei der Auswahl ihrer Tänze neue Wege gegangen ist. Nicht nur die traditionellen Marschtänze der Funken und Garden werden kreiert, sondern vor allem Tänze nach Klängen von Boogie-Woogie, Samba, Mambo, Tango oder Rock`n Roll.

Über einen so langen Zeitraum jedes Jahr neue Tanzideen zu entwickeln, die die Menschen zu begeistern vermögen, ist keine leichte Aufgabe. Den großen Zuspruch, den die Prinzengarde aus der Bevölkerung stets erfährt, ist ein Beweis dafür, dass diese Aufgabe mit Bravur gelöst wird.

Die Erfolgsgeschichte der „Prinzengarde Blau-Weiß“ ist zu großen Teilen auch ihren Präsidenten zuzuschreiben. Erster Präsident war Theo Gorny. Nach dessen Tod am 25.12.1983 übernahm Manfred Hartz dieses Amt. Als gebürtiger Sachse hat Manfred Hartz über viele Jahre hinweg die „Prinzengarde Blau-Weiß“ an exponierter Stelle repräsentiert und dabei durch seine Wortbeiträge in sächsischer Mundart das Sächsische im Rheinland hoffähig gemacht. Manfred Hartz wurde am 25.09.1996 zum Ehrenpräsidenten ernannt. Im Frühjahr 1996 übernahm dann Wilfried Wippermann das Amt des Präsidenten der Garde, nachdem er bereits mehrere Jahre dem Vorstand angehörte. Am 18.04.2008 wurde Hans-Dieter Degenhard zum Präsidenten, sowie Holger Klenner zum Kommandanten, Rolf Böelke zum Geschäftsführer und Alexander Mohr zum Schatzmeister der Prinzengarde Blau-Weiß gewählt.

Traditionsgemäß erstürmt und besetzt die blau-weiße Garde am Altweiber-Donnerstag für ihr Prinzenpaar das städtische Rathaus und beteiligt sich sowohl mit einer stattlichen Fußtruppe als auch mit einem Prunkwagen am Rosenmontagszug.

Auch außerhalb der Karnevalssession wird das gesellige Zusammensein in der Garde gepflegt. Regelmäßige Stammtische, Ausflüge und Versammlungen festigen die freundschaftlichen Bande der Gardisten über die „fünfte Jahreszeit“ hinaus.

Im Laufe der Jahre fand die „Prinzengarde Blau-Weiß“ viele neue Mitglieder, Freunde und Gönner. Der aktuelle Stand der Garde ist bei 79 Mitglieder. Hiervon nehmen 51 Uniform- und 9 Litevkaträger aktiv am Vereinsleben teil. 20 Personen fördern und unterstützen die Ziele des Vereins als passive Mitglieder. Es gibt noch 1 Ehrensenator und 1 Ehrenmitglied in der Garde.

Die steigende Mitgliederzahl und die gute Resonanz beim Publikum und in der Monheimer Bevölkerung zeigen, dass die „Prinzengarde Blau-Weiß“ einen wichtigen Beitrag zur Pflege des Monheimer Brauchtums leistet.

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